Träume

Es gibt viele Träume, die in tiefen Schubladen liegen. Sie werden zum Vorschein kommen, denn das, was seelisch lebt, ist in uns allen wach.
Einmal geschah mir folgendes: Ich arbeitete an einem Lied. Die Melodie wuchs als erstes und ca. ein Jahr später der umfangreiche lyrische Text. Als ich die Melodie im Laufe des Jahres 1999 als Klavieraufnahme festhielt, war ich sehr tief von ihr bewegt und sang sie oft, so dass sie meiner Tochter Lisa schon bekannt im Ohr lag. Juli 2000 schuf ich den englischen Text, nachdem ich einen Traum erhielt, nach dem ich den Auftrag dafür angenommen hatte. Auch dieser Text war zusammen mit dem Lied einigen Menschen bekannt geworden, als ich zusammen mit Lisa eines Abends im Radio die Melodie hörte. Sie sei von Keath Jarrett gewesen und auf einem Album veröffentlicht worden, das erst im Dezember des Jahres 2000 noch nach der Sendung erhältlich werden sollte. Leider habe ich diese CD nie gefunden. Lisa und ich waren beide wie von den Socken, denn es konnte doch gar nicht sein...oder war ich etwa Keath, oder er hat Zugang zu meinem Unterbewusstsein? Zu der Melodie ist zu sagen, dass es mir nie gelungen ist, sie jemandem beizubringen, denn sie erfordert einen großen Tonumfang und ihr Rhythmus wechselt, so dass die Begleitung unmöglich schien. Also, sang ich es allein, und es gab in einer Aufführung eine hinkende Gitarre, dafür eine Instrumentalstrophe mit Altsaxophon, die eine sehr schöne Variation hervorbrachte. Noch sechs Jahre danach war es einer Versuchsmitsängerin nicht aus dem Kopf gegangen, und sie bat mich es noch einmal zu singen, was mir spontan möglich war. Wieder ergriff es alle Zuhörer sehr. Ich bin sehr dankbar für diese Gabe, solches hervorbringen zu können. Wer sich mehr dafür interessiert, findet unter Heilarbeit, Songs mehr dazu.
Ich verstehe mich besonders nach solchen Erfahrungen nicht mehr als individuelle Künstlerin.
Wir schaffen Künstlerisches, insofern es wirklich Schöpferisches darstellt, nicht aus unserem begrenzten Ich, oder dem, was wir davon mitbekommen. Je mehr ich mich öffnen kann zu einem grenzenlosen Bewusstsein, desto mehr gelingen mir solche kosmisch heilsamen Werke. Das untersuche ich empirisch. Wer sich dafür mehr interessiert, der kann unter Texte, Essays ab und zu etwas neues dazu lesen oder ganz allgemein mein weiteres Schaffen still bis Begeisterung bekundend verfolgen.

Ich verstehe mich auch als Laternenfrau, Eremitin, die aus dunklen, sehr vagen Erinnerungen Schätze hervorholt. Aus Einsamkeit in Malerei, aus Stille in Worte und aus Unfassbarem in räumliche Gebilde. Viele meiner Werke träume ich, genauso wie zu vollbringende Aufgaben des Bewusstseins.
Ich versuche Menschen ihr wirkliches Potential, die wirklich verfügbare Energie und ihre tatsächlich vorhandene Vitalität, was jedem Menschen innewohnt, durch Entspannung, Inspiration und Spontaneität in Erinnerung zu rufen.

Dunkle Erinnerungen wollen befreit werden durch schöpferische, kreative Handlungen.
Dunkle Erinnerungen magnetisieren uns oft. Dann reproduzieren wir ständig Ähnliches und machen daraus ein Drama und dann die Apokalypse.
Wer mit mir arbeitet, kann sich davon verabschieden und eigenverantwortlich  kreative, erhellende Lösungen erleben. Das wird dann von Tag zu Tag immer lustiger.

Wenn es dann ein Wir gibt, dann gibt es auch ein ganzes Warenlager an Produkten, die es zu vermarkten gilt aus Lust an der Freude, die sie ausstrahlen, und in ständiger Erneuerung und Variation. Nichts entsteht um angehäuft zu werden, sondern um die Quelle richtig zum Sprudeln frei zu spülen!

Baars, d. 23. August 2006       
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